§25/11: Workshops mit Hauswart:innen

Vor Kurzem führte der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) e. V. Berlin im Rahmen der Initiative „§25/11 – Haus ohne häusliche Gewalt“ die ersten Workshops mit Hauswart:innen der Charlottenburger Baugenossenschaft eG zu Hilfs- sowie Unterstützungsangeboten zu häuslicher Gewalt durch.

Damit konnte der SkF e. V. Berlin gemeinsam mit der PEIX Health Group einen weiteren Meilenstein in der Bekämpfung von häuslicher Gewalt erreichen.

Mit geschulten Hauswart:innen gegenhäusliche Gewalt

„§25/11 – Haus ohne häusliche Gewalt“ ist eineInitiative des SkF e. V. Berlin und der Berliner Kreativagentur PEIXHealth Group, die vor zwei Jahren in Anlehnung an den 25. November – dem InternationalenTag gegen Gewalt an Frauen – ins Leben gerufen wurde. Bei dieser Initiative werden vor allem Vermieter:innen, Hausverwaltungen sowie Bau- undWohnungsgenossenschaften in die Verantwortung genommen, sich gegen häuslicheGewalt einzusetzen und Mietobjekte sicherer zu gestalten. Ziel der Initiative ist es, dort präsent zu sein, wo häusliche Gewalt stattfindet: in den Wohnhäusern.

Neben Plakaten in Hausfluren,Postkarten oder gebrandeten Ziegelsteinen für Hausfassaden wird jetzt einweiterer Ansatz für mehr Achtsamkeit gegen häusliche Gewalt verfolgt: Hauswart:innen, die täglich in den Mietobjekten anwesend sind, werden sensibilisiert und geschult, um Anzeichen von häuslicher Gewalt zuerkennen und aktiv Hilfe anbieten zu können. Bereits drei Workshops mit insgesamt60 Hauswart:innen der Charlottenburger Baugenossenschaft eG konnte der SkFe. V. Berlin durchführen. Themenschwerpunkte der Schulungen sind sowohl physische als auch psychische Formen von häuslicher Gewalt und deren Folgen, Anlauf- undBeratungsstellen sowie Maßnahmen im akuten Fall. Weitere Workshops mit Bau- undWohnungsgenossenschaften sind in Planung.

 

Steigende Opferzahlen bei häuslicherGewalt

Warum Awareness fürhäusliche Gewalt, deren Bekämpfung und die Hilfsangebote für Betroffene ausgeweitet werden müssen – auch über die Initiative „§25/11“ hinaus –, verdeutlichen die steigenden Zahlen: 2020 wurden rund 148.000 Menschen Opfer vonPartnerschaftsgewalt, 2019 waren es knapp 142.000.1 Die Kriminalstatistik zeigt, dass in vier von fünf Fällen eine Frau betroffen ist. Und nach denAngaben der Organisation Weißer Ring e. V. ist von einer wesentlich höheren Dunkelziffer auszugehen.2 72.013 Frauen und 19.199 Männer wurden Opfer von vorsätzlicher einfacher Körperverletzung. Stalking, Bedrohung und Nötigung betrafen 29.301 Frauen und 3.721 Männer.

 

„§25/11 – Haus ohne häuslicheGewalt“

Jede:r kann Teil derInitiative „§25/11 – Haus ohne häusliche Gewalt“ werden und den SkF e. V.Berlin unterstützen. Alle Informationen dazu sind abrufbar unter: paragraph2511.de.

Quellen:

1 Bundeskriminalamt Wiesbaden.Partnerschaftsgewalt. Kriminalstatistische Auswertung 2020, S. 40. Abrufbar unter: https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/Lagebilder/Partnerschaftsgewalt/partnerschaftsgewalt_node.html.
2 WeißerRing e. V. Häusliche Gewalt. Abgerufen unter:https://weisser-ring.de/haeuslichegewalt.

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