10.11.2020

Das Nationale Gesundheitsportal

Das Nationale Gesundheitsportal nutzt (endlich) die Möglichkeiten der Digitalisierung für eine bessere Patienteninformation in Deutschland

Anfang September 2020 hat das deutsche Bundesministerium für Gesundheit unter der Webadresse www.gesund.bund.de ein Nationales Gesundheitsportal gestartet. Doch benötigt Deutschland ein weiteres Internetangebot im Gesundheitssegment und was zeichnet das Nationale Gesundheitsportal eigentlich aus?

Antwort auf mangelnde Gesundheitskompetenz und Informationsflut

Mit der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung in Deutschland ist es nicht zum Besten bestellt. Das belegt eine repräsentative Studie der Universität Bielefeld. Die Untersuchung kommt nämlich zu dem Ergebnis, dass mehr als 54 Prozent der Deutschen lediglich über eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz verfügen. An der Verfügbarkeit von Gesundheitsinformationen im Web kann das kaum liegen. Doch hier ist oft nicht die Quantität, sondern die Qualität das Problem. Zudem sind Patientinnen und Patienten hier kaum in der Lage, wichtige Aspekte wie die Richtigkeit, Glaubwürdigkeit oder den Absender der vermittelten Informationen einzuschätzen. Somit kann das Nationale Gesundheitsportal eine Lücke füllen. Deutschland ist hier allerdings kein Vorreiter. Denn Länder wie Australien, Dänemark, Norwegen, Österreich oder Schweden haben zuvor bereits ähnliche Angebote gestartet.

Bessere Patienteninformation und gesichertes Wissen im Segment Healthcare

Das Nationale Gesundheitsportal informiert Besucher nicht nur über Krankheiten und Krankheitsbilder, sondern auch über weitere Themen wie Prävention, Pflege und Digitalisierung. Neben einer stetig wachsenden Basis von Artikeln bietet die Website auch eine hilfreiche Suchfunktion. Im Unterschied zu vielen anderen Gesundheitsangeboten sind alle hier vermittelten Informationen wissenschaftlich gesichert und immer wieder auch durch Quellenangaben belegt. Um eine bessere Patienteninformation zu gewährleisten, ist das Portal zudem barrierefrei gestaltet. So sind die Inhalte nicht nur in Gebärdensprache – in Form von Videos –, sondern zusätzlich auch in „leichter Sprache“ verfügbar. Diese Maßnahmen tragen effektiv dazu bei, dass wichtige Gesundheitsthemen möglichst alle Bevölkerungsgruppen erreichen. Wie wichtig eine flächendeckende Vermittlung von Gesundheitsinformationen ist, betonte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn anlässlich des Startes des Portals noch einmal explizit: „Nur wer informiert ist, kann sich und andere schützen.“

Fazit und Ausblick

Mit dem Nationalen Gesundheitsportal hat das Bundesgesundheitsministerium einen wichtigen Service gestartet. Dank der geprüften und barrierefrei vermittelten Informationen könnte sich die derzeit eher schwach ausgeprägte Gesundheitskompetenz in Deutschland wieder erhöhen. Damit das Portal seine Funktionen auch dauerhaft erfüllen kann, muss es allerdings laufend erweitert und gemäß aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen stetig aktualisiert werden. Dann kann das Portal aber auch als verlässliche Informationsquelle Ärzte und Apotheker entlasten sowie unterstützen, indem diese ihre Patienten ergänzend zum Beratungsgespräch auf das Angebot des Bundes verweisen. Damit ist das neue Webangebot des Bundesgesundheitsministeriums auch in der Lage, die Effizienz im Segment Healthcare zu erhöhen.

 

Quellen:

– Das Nationale Gesundheitsportal. (https://gesund.bund.de/).
– Bundesgesundheitsministerium für Gesundheit. „Gesundheitsportal geht online“ (https://www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/pressemitteilungen/2020/3-quartal/gesundheitsportal.html).
– Schaeffer, Doris et al. „Gesundheitskompetenz der Bevölkerung in Deutschland“ (https://www.uni-bielefeld.de/gesundhw/ag6/downloads/Ergebnisbericht_HLS-GER.pdf).